Obst, Beeren, Reben

Obst, Beeren, Reben im Januar: Tipps und Pflege

Was Sie über Hausgartenreben wissen müssen:

Unter Hausgartenreben versteht man eine Rebsortengruppe, welche normalerweise keinen, oder nur wenig Pflanzenschutz benötigt (pilzwiderstandsfähige Sorten). Also ideale Sorten für den Hausgarten. Der altherkömmliche Begriff „Direktträger“ sollte nicht mehr verwendet werden, weil er zu falschen Rückschlüssen in der Vermehrung führen kann.

Hausgartenreben sind nicht nur für Hauswände geeignet, sie gedeihen auch vorzüglich an sonniger Lage im Freiland.

Reben mit Topfballen (Topfreben) können das ganze Jahr gepflanzt werden. Vorteilhaft sind jedoch Pflanzungen im Frühling (April und Mai, bei genügender Bodenwärme)

Bei nicht allzu starken Frostperioden (bis ca. -5 °C) können Schnittarbeiten ausgeführt werden. Grössere Schnittstellen (Durchmesser ab ca. 4 cm) werden vorteilhaft mit Wundverschlusspaste bestrichen. Dies verhindert das Auftreten von Holzpilzkrankheiten. Krebswunden an dicken Ästen und am Stamm bis ins gesunde Holz ausschneiden und ebenfalls sofort mit Wundverschlusspaste bestreichen.

Obst, Beeren, Reben im Februar: Tipps und Pflege

Sobald die Knospen des Pfirsichs zu schwellen beginnen, ist es an der Zeit, die Winterspritzung gegen die Kräuselkrankheit mit SanoPlantTM Kupfer oder Cupromaag zu machen. Gleichzeitig kann SanoPlantTM Winteröl gegen überwinternde Schädlinge beigemischt werden.

 

Obst, Beeren, Reben im März: Tipps und Pflege

Nun wird auch beim Kern- und Steinobst die Winterspritzung gemacht. Das flüssige SanoPlantTM Kupfer oder Cupromaag bekämpft überwinternde Krankheiten, SanoPlant Winteröl wirkt gegen überwinternde Schädlinge. Beide Produkte lassen sich mischen.

Die Reben werden oftmals von Pockenmilben befallen. Diese werden ebenfalls vor dem Austrieb während des Knospenschwellens mit ThiovitTM Jet bekämpft. Hatte man im letzten Jahr schlecht ausreifende Brombeeren festgestellt? Dann waren diese von der Brombeermilbe befallen. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für die Winterspritzung gegen die Brombeermilbe mit ThiovitTM Jet.

Obst, Beeren, Reben im April: Tipps und Pflege

Junge Obstbäume, die kräftige und ziemlich aufrecht wachsende Triebe haben, bilden mehr Fruchtholz, wenn diese Triebe waagrecht angebunden werden. Die positive Wirkung dieser Regel zeigt sich natürlich erst in den kommenden Jahren. Da die Triebe noch weich und elastisch sind, sollte diese Arbeit jetzt durchgeführt werden.

Nun ist es auch Zeit für die Kontrolle des Pfahlmaterials. Zuerst müssen Zwergobst und Hochstammbeeren gestützt werden. Wind und Regen erhöhen die Bruchgefahr während der Vegetationszeit. Dies gilt auch für das Ziergehölze.

Bei genügender Bodenwärme kann bei Himbeeren und Brombeeren eine Mulchschicht aus Laub und Kompost angebracht werden. Bei Erdbeeren wird eher Stroh verwendet. Dies regelt die Bodenfeuchtigkeit.

Je nach Region und Standort blühen möglicherweise die ersten Erdbeeren. Mit Vlies (evtl. doppelt) können Frostschäden vermieden werden.

Der wettermässig in Verruf stehende Monat April bringt zwischendurch auch warme Tage. Dabei darf das Wässern nicht vergessen werden. Besonders frischgepflanzte, den Hauswänden entlang stehende Pflanzen oder Moorbeete, sollten auf Trockenheit kontrolliert werden. Diese Massnahme ist erforderlich, damit sich der Austrieb gesund und gleichmässig entwickeln kann.

3 Wochen nach der Austriebsspritzung wird die erste Rondo Combi L Behandlung gegen Schorf und Mehltau gemacht. Erfolgte jedoch keine Austriebsspritzung, wird nach Austrieb das erste Mal mit Rondo Combi L behandelt.

Sobald die Brombeertriebe ca. 10–15 cm gross sind, erfolgt eine Nachbehandlung mit Thiovit Jet gegen die Brombeermilben.

Obst, Beeren, Reben im Mai: Tipps und Pflege

Der Austrieb der Reben muss nun gut überwacht werden. Bodenausschläge und schwache Triebe sind bei einer Länge ab ca. 10 cm ganz zu entfernen. Möglicherweise wird nun ein erster Befall von Rebenpockenmilben sichtbar. Das Schadbild zeigt auf den Blattunterseiten weisse, filzige Flächen. Blattoberseits sind Wölbungen sichtbar.

Bei nur geringem Befall können die Blätter auch ausgebrochen werden, ansonsten eine Spritzung mit Thiovit Jet durchführen.

Der Mai ist ein idealer Pflanztopf für alle Beeren, Reben und auch Obstbäume. Es empfiehlt sich, vorwiegend Pflanzen aus Containern zu setzen.

Um Erdbeeren vor Schmutz und Fäulnis (vorwiegend Botrytis, bzw. Graufäule) zu bewahren, können Stroh, Holzwolle oder Folien unterlegt werden. Ist es während der Zeit der Fruchtreife über einen längeren Zeitraum zu trocken, reagieren die Früchte mit nicht ausreichender Grösse und sie reifen nicht gleichmässig aus. Deshalb während trockener Perioden immer zusätzlich wässern.

Bei Himbeeren und Brombeeren kann eine Mulchschicht, gemischt aus Rasenschnitt und altem Laub, angebracht werden. Keine frischen Holzschnitzel oder Sägemehl verwenden. Dies würde beim Abbau der Holzschnitzel einen Stickstoffmangel im Boden verursachen.

Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren bis zur Blüte alle zwei Wochen mit SanoPlant Kupfer, Cupromaag 35 oder Hortosan gegen Brennflecken- und Rankenkrankheit behandeln. Kernobst gegen Monilia mit Rondo Combi L und Steinobst mit Switch oder Hortosan sowie Kirsche mit Hortosan behandeln (je eine Behandlung in die aufgehende Blüte und beim Abblühen). Mit dieser Behandlung bekämpfen Sie beim Steinobst zudem auch den Schrotschuss. Beim Kernobst werden die Rondo Combi L-Behandlungen in Abständen von drei Wochen weitergeführt. Werden Quitten bei Blütenbeginn gegen Schorf oder Echten Mehltau mit Rondo Combi L oder Cupromaag 35 (nur Schorf) behandelt wird Blattbräune gleich miterfasst. Blattläuse werden beim Auftreten mit Basudin SG oder SanoPlant Bio-Spritzmittel bekämpft.

Die wichtigste Behandlung ist die Obstmadenspritzung mit Insegar M. In der letzten Maiwoche muss diese Behandlung zwingend erfolgen, damit Sie später wurmfreies Gartenobst ernten können.

Obst, Beeren, Reben im Juni: Tipps und Pflege

Im Obst- und Beerengarten beginnt die Arbeit Früchte zu tragen. Je nach Lage und Sorte reifen nun die ersten köstlichen Kirschen. Nicht nur der Besitzer, sondern auch die Vögel schätzen die Früchte sehr: Vogelschutz ist angesagt. Sei es durch Aufhängen von gelben Bändeln oder Schreckfolien.

Wurmstichige Kirschen sind unangenehm. Behandeln Sie deshalb die Kirschen beim Farbumschlag (Farbwechsel von gelb auf rot) mit Basudin SG gegen Kirschfliegen.

Wenn bei Äpfeln und Birnen die Jungfrüchte immer noch zu dicht stehen, kann nach wie vor ausgedünnt werden. Als Faustregel gilt: ab Juni sind zur Ernährung einer Frucht 20 Blätter notwendig.

Im Beerengarten setzt die Haupternte der Erdbeeren ein. Sie sind nur kurz haltbar und sollten möglichst bald weiterverarbeitet werden. Bei den Pflückarbeiten ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht losgerissen werden. Erdbeeren haben nur eine geringe Bodenverankerung durch die Wurzeln. Dies gilt auch beim Abnehmen von Jungpflanzen, welche sich jetzt durch die Ausläufer bilden. Will man selber vermehren, werden nur die stärksten und gesündesten Jungpflanzen abgenommen und eingetopft. Bis zum August sind sie dann durchgewurzelt und können gepflanzt werden.

Himbeeren mit gelbem Blattwerk leiden oft an Eisenmangel. Abhilfe dagegen schafft Sequestrene Rapid.

Ca. 1–2 Behandlungen im Blütenstadium mit Switch bekämpfen zuverlässig Graufäule bei Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren.

Obst, Beeren, Reben im Juli: Tipps und Pflege

Für die Reben ist in dieser Zeit meistens genügend Wärme und Feuchtigkeit vorhanden. Das Triebwachstum ist also optimal oder sogar zu üppig. Nun sind Laubarbeiten angesagt. Seitentriebe (Geizen) werden weggebrochen. Die verbleibenden Rebtriebe sollten nun nach Bedarf angebunden werden, damit sie bei Wind und Regen nicht wegbrechen. Gleichzeitig wird die Ertragsregulierung in Angriff genommen. Pro Trieb lassen wir nur eine, im besten Falle zwei Trauben stehen. In der Regel sind dies die untersten zwei Trauben. Lässt man zu viele Früchte stehen, so wird der Zuckeraufbau breiter verteilt und die Süssigkeit bei der Reife lässt zu wünschen übrig.

Die Ernte von Pfirsichen, Aprikosen, evtl. von frühen Äpfeln und Birnen sollte nicht vor der Vollreife der Früchte erfolgen, denn den zu früh gepflückten Früchten fehlt es an Zucker, Farbe und fruchtiger Säure.

Nach der Erdbeerernte wird bei Pflanzen, welche noch ein Jahr stehen bleiben, eine Volldüngung verabreicht. Das führt zur Kräftigung einer eventuellen Nachernte sowie zu einer Ausbildung von Blütenanlagen für das kommende Jahr.

Abgeerntete Johannisbeeren und Stachelbeeren können ausgelichtet werden. Die diesjährigen Triebe bei Himbeeren sollten nach der Ernte aufgebunden werden. Sind alle Früchte geerntet, werden alte Tragruten bodeneben abgeschnitten. Der Begriff „bodeneben“ ist wichtig. Bleiben nämlich Stumpen stehen, so können darin Pilzkrankheiten, wie z.B. die Rutenkrankheit entstehen. Eine Ausnahme bilden herbsttragende Sorten. Mit diesem Rückschnitt wird noch zugewartet.

Obst, Beeren, Reben im August: Tipps und Pflege

Die Traubenzone wird nun ausgelaubt, denn die Trauben wollen jetzt die Sonne sehen. Dadurch trocknen die Früchte schneller ab und sind weniger anfällig auf Pilzkrankheiten. Zugleich kann der Traubenbehang kontrolliert werden. Die Früchte sollen frei hängen, ohne Berührungen von Drähten (Fäulnis). Jetzt ist der Zeitpunkt des Farbumschlages gekommen (z.B. grün auf blau). Bei frühreifenden Sorten können Vogelschutzmassnahmen angebracht werden (Netze, gelbe Bändel, Schreckfolien). Zum Schutz vor Graufäule erfolgt eine Spritzbehandlung mit Switch.

Je nach Reifestadien können nun Obst und Beeren geerntet werden. Für die optimale Haltbarkeit der Früchte lohnt es sich, den besten Zeitpunkt abzuwarten. Also nicht zu früh. Meistens sind die letzten sonnigen Tage für die Zuckeranreicherung ideal.

Bei Brombeeren ist die Geizenbildung je nach Sorte mehr oder weniger stark. Entfernen Sie nicht die ganzen Seitentriebe, sondern lassen Sie jeweils ein Blatt stehen. Dies fördert die Fruchtbildung für das kommende Jahr.

Obst, Beeren, Reben im September: Tipps und Pflege

Eine Kontrolle der Vogelschutzeinrichtung bei den Trauben ist nochmals angebracht. Verdeckte Trauben sind nötigenfalls nochmals auszulauben. Die meisten Hausgartenrebensorten wie Muscat bleu, Aurora, Seibel, Goldperle etc. können je nach Lage ab ca. Mitte September geerntet werden. Die optimale Reife ist an der Süssigkeit der Beeren zu erkennen. Nun kann nur noch schlechtes Wetter die Ernte negativ beeinflussen. Befall von Botrytis (Graufäule) ist auch bei jedem Winzer ein Alptraum.

Je nach Sorte sind die Erntearbeiten beim Kernobst in vollem Gange.

Im Beerengarten reifen jetzt noch herbsttragende Himbeeren, späte Erdbeeren und Blaubeeren.

Um einen Befall mit Frostspannen an Obstbäumen im nächsten Frühling vorbeugen zu können, muss bereits jetzt schon Leimringe an den Baumstämmen angebracht werden.

Obst, Beeren, Reben im Oktober: Tipps und Pflege

In dieser Zeit werden noch späte Apfel- und Birnensorten gepflückt. Diese sollten nicht zu früh geerntet werden. Nachtfröste bis -5° schaden nicht. Die Herbstsonne trägt viel zur Ausreife bei. Obstbäume auf der Wiese sind oft gefährdet auf Wurzelfrass von Mäusen. Wichtig ist, dass das Gras vor dem Einwintern kurz geschnitten wird.

Obst, Beeren, Reben im November: Tipps und Pflege

Wenn der Boden nicht gefroren ist, können alle Obst-, Beeren und Ziergehölze gepflanzt werden. Die mit Laub abgedeckten Pflanzstellen ergeben einen guten Schutz bei starken, nachfolgenden Frostperioden.

Bei allen Pflanzarbeiten darf anschliessend die Verankerung nicht vergessen werden. Vor allem bei grösseren Gehölzen mit grossen Angriffsflächen für den Wind ist ein gutes Anbinden unerlässlich. Die Obstbaumstämme sind mit Jutenbandagen einzubinden. Dies ergibt einen optimalen Schutz bei Wintersonneneinstrahlung. Keine Folien verwenden, denn darunter würde sich Schwitzwasser bilden, was Pilzinfektionen fördert.

Obst, Beeren, Reben im Dezember: Tipps und Pflege

Je nach Möglichkeit kann die Lagerung von Äpfeln und Birnen sehr verschieden sein. Sei es in einem nicht zu trockenen, kühlen Keller oder in Styroporkisten auf dem Sitzplatz oder Balkon. Die Lagerung sollte lichtgeschützt sein. Licht fördert unter anderem den Ausreifeprozess und wirkt sich demzufolge negativ auf die Lagerdauer aus.

Winterschnittarbeiten sollten nicht bei Temperaturen unter -5 °C ausgeführt werden. Der Einsatz von Wundverschlusspaste verhindert das Eindringen von Pilzkrankheiten bei grösseren Schnittwunden.